Unterbodenschutz entfernen

Wenn der Schutz am Fahrzeugunterboden komplett erneuert werden soll, muss man zuvor den alten Unterbodenschutz entfernen.

Möchte man diese Arbeit selber machen, sollte man eines vorweg wissen: Es gibt keine einfache, schnelle und saubere Methode um einen Unterbodenschutz selbst zu entfernen und es ist auch keine sehr angenehme Arbeit!

am Fahrzeug den Unterbodenschutz entfernen

Verschiedene Möglichkeiten um den Unterbodenschutz zu entfernen

Um alten Unterbodenschutz zu entfernen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hierbei verhält sich in der Regel der Preis zum Arbeitsaufwand proportional.

Häufigste Methoden:

  • Sandstrahlen
  • Abbeizen
  • Abschaben und Abkratzen
  • Trockeneisstrahlen

Oft empfiehlt es sich hierbei verschiedenen Verfahren miteinander zu kombinieren.

Achtung: Auf die Methode „Abflämmen“ sollte dringend verzichtet werden. Neben dem Risiko der Brandgefahr können hier – je nach Beschaffenheit – auch giftige Dämpfe entstehen.

 

Unterbodenschutz entfernen durch Abbeizen

Bei dieser Methode richtet sich das Ergebnis nach der Art und Beschaffenheit des Unterbodenschutzes. Je nachdem können Abbeizer – nach einer bestimmten Einwirkzeit (mehrere Stunden) – die alte Beschichtung ablösen oder aber auch nur anlösen. Auf jeden Fall aber wird der Schutz weicher und lässt sich somit deutlich leichter entfernen.
Auch sollte man wissen, dass es diese chemischen Keulen in unterschiedlichen Stärken gibt. Hierbei ist zu beachten: Je aggressiver der Abbeizer, desto eher werden hier auch Gummidichtungen, Gummimanschetten usw. angegriffen.
Wichtig: Beim Arbeiten mit Abbeizer sollten unbedingt Handschuhe und Schutzbrille sowie eine Atemschutzmaske getragen werden!
Fazit: Wenig Aufwand, relativ sauber aber nicht immer effektiv.

 

Unterbodenschutz entfernen mit Drahtbürste

Gerade bei einem PVC / Kautschuk-Unterbodenschutz erzielt man recht gute Ergebnisse mit einer Drahtbürste (am besten gezopfte Drahtbürste/Rundbürste als Aufsatz für Winkelschleifer/Bohrmaschine ect.). Auch anwendbar bei Bitumen- oder Wachsunterbodenschutz, allerdings nur, wenn diese verhärtet sind.
Fazit: Sehr effektiv und relativ schnell, allerdings mit viel Dreck verbunden.

 

Unterbodenschutz entfernen durch Abschaben

Diese Art sich von seinem alten Steinschlagschutz am Unterboden zu befreien empfiehlt sich, wenn der Schutz noch über eine gewisse Elastizität verfügt. Hierfür gibt es spezielle Schaber wie Winkelschaber ect., aber auch eine gewöhnliche Spachtel ist hierfür ausreichend. Damit hobelt man mehr oder weniger die Schutzschicht vom Unterboden ab. Um sich die Arbeit hier etwas zu erleichtern kann die Beschichtung auch etwas eingeweicht werden oder man setzt einen Abbeizer zur chemischen Anlösung ein. Auf den oftmals erwähnten Einsatz einer Heißluftpistole (Fön) zum Anwärmen sollte man lieber verzichten – hier können giftige Dämpfe entstehen.
Fazit: Effektiv, relativ sauber aber sehr mühsam.

 

Unterbodenschutz entfernen durch Sandstrahlen

Zu der wohl einfachsten Methoden um seinen Fahrzeugunterboden sauber zu bekommen, zählt das Sandstrahlen. Allerdings gehört so ein Gerät nicht gerade zur Standardausrüstung eines jeden Autobesitzers. Als Alternative zum Kauf lässt sich so ein Sandstrahlgerät jedoch auch mieten, wodurch man relativ günstig schon an ein echtes Profigerät kommt. Bei diesem lässt sich dann meist auch der Sandstrahl individuell einstellen, wodurch unnötige Schäden an der Bausubstanz vermieden werden. Gerade beim Sandstrahlen sollte vorsichtig gearbeitet werden, schnell können sich empfindliche und dünne Bleche verziehen oder sogar Löcher ins alte und mit Rost befallene Material bohren.
Wichtig: Beim Arbeiten mit einem Sandstrahler Handschuhe, Brille und Atemschutzmaske tragen!
Fazit: Sehr effektiv und relativ schnell, allerdings mit Mehrkosten verbunden und von Laien mit Vorsicht zu genießen!

 

Unterbodenschutz entfernen durch Trockeneisstrahlen

Das Trockeneisstrahlen ist mit Abstand das schonendste und optimalste Verfahren um sich von seinem Unterbodenschutz zu entledigen. Jedoch ist diese Methode kaum zum selber machen geeignet, da der Anschaffungspreis eines solchen Gerätes jenseits der 10.000 Euro Marke liegt. Selbst der Mietpreis liegt hier auf einem entsprechend hohen Niveau, so dass es sich für eine Privatperson schlicht und einfach nicht lohnt.
Beim Trockeneisstrahlen kommen sogenannte Trockeneispellets (gefrorenes Kohlendioxid von -78°C) zum Einsatz. Diese sind relativ weich, nicht leitend und nur wenig abrasiv (es wird kein bzw. kaum Material abgetragen), wodurch ein materialschonendes Abtragen gewährleistet wird. Hierbei wird das Eis unter hohem Druck auf den Unterboden geschossen. Dabei vereist der Belag augenblicklich, wird spröde und dann vom sich plötzlich ausdehnenden Kohlendioxid „abgesprengt“, da CO2 die Eigenschaft besitzt, direkt vom festen in den gasförmigen Zustand überzugehen.
Durch den Umstand, dass das aufgestrahlte Kohlendioxid sofort in den gasförmigen Zustand übergeht (verdampft zu ungiftigem Gas) bleibt somit nur der abgelöste Schmutz übrig.
Fazit: sehr effektiv, sauber und schonend, allerdings nicht zum selber machen geeignet. Relativ teure Methode, die von einem Fachbetrieb ausgeführt werden muss – Kosten: Ungefähr zwischen 600,- und 900,- Euro.

 

Fazit: Unterbodenschutz selbst entfernen

Unterboden-KontrolleEs führen offensichtlich nicht nur viele Wege nach Rom, sondern auch zu einem sauberen Unterboden! Auf jeden Fall empfiehlt es sich vorher den Unterboden zu inspizieren und zu prüfen, aus welchem Material der Unterbodenschutz besteht, um dann die richtige Wahl zu treffen.
Besteht der Belag aus Kunststoff und Bitumen, ist man mit der Methode Sandstrahlen oder mit dem Einsatz von diversen Druckluftgeräten bestens beraten. Dagegen können dünnschichtige Versiegelungen, welche evtl. bereits brüchig sind, auch manuell und somit relativ kostengünstig abgetragen werden.

 

Video: Unterbodenschutz entfernen

 

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