Car Wrapping selber machen

Car Wrapping selber machen…geht das überhaupt? Bevor wir diese Frage hier beantworten, reden wir erst einmal über ein paar grundlegende Fakten dieser Methode.

 

Car Wrapping statt Lackieren – liegt voll im Trend!

Car Wrapping selber machenImmer mehr Autobesitzer, die ihrem Fahrzeug einen neuen Look verpassen wollen, weil sie sich unter anderem an der Originallackierung satt gesehen haben, setzen auf Car Wrapping. Dabei handelt es sich um eine Vollfolierung, bei der das komplette Fahrzeug mit einer Folie in beliebiger Farbe beklebt wird.
Richtig montiert ist Car Wrapping kaum von einer Lackierung zu unterscheiden. Was sich hierbei allerdings teils deutlich unterscheidet ist der Preis. Mit dem Folieren lässt – sich im Vergleich zum Lackieren – bis zu 50 Prozent sparen. Außerdem schützt so eine Car Wrapping Folie den darunterliegenden Lack vor kleinen Steinschlägen, Kratzern und UV-Strahlen, wodurch natürlich auch der Wert eines Fahrzeugs gesteigert wird.

 

Kann man Car Wrapping selber machen?

Da eine Vollfolierung vom Fachmann dennoch keine billige Sache ist, stellen sich viele die Frage: „Kann ich nicht auch ein Car Wrapping selber machen?“ Hierzu kann man grundsätzlich sagen: „Ja, es ist möglich!“ Allerdings benötigt man hierfür neben gewissem Werkzeug bzw. Material auch eine Menge Geduld und vor allem Geschick.

Vorbereitung

Bevor man mit der Folierung startet müssen im Vorfeld noch einige Dinge geklärt werden – dies ist wichtig, um unter anderem den richtigen Folientyp zu wählen.

  • Alter und Zustand der Lackierung?
  • Fahrzeuggröße?
  • besondere Problemzonen am Fahrzeug?
  • vorhandene Roststellen?
  • sollen Kunststoffteile mit beklebt werden?
  • müssen schwierige Sicken oder Vernietungen beklebt werden?

Um Beschädigungen beim späteren Abziehen der Folie an der Lackierung zu vermeiden, muss die Haftung der einzelnen Lackschichten natürlich um ein vielfaches höher sein, als die Haftung zwischen einer Selbstklebefolie und der obersten Lackschicht. Dies ist gegeben wenn der Fahrzeuglack den Gitterschnitt-Kennwert 0 (Null) – nach DIN EN ISO 2409 – aufweist.

Achtung: Falsch oder schlecht nachlackierte Stellen am Fahrzeug (z.B. bei ungenügender Vorarbeit oder bei Smart Repair) können sich beim Entfernen der Folie ablösen.
Aus diesem Grund ist es von Vorteil wenn der Lackzustand neuwertig ist und es sich idealerweise um den Erstlack handelt. Ebenfalls sollte man wissen, dass diverse Lackschäden auch durch die Folie hindurch sichtbar sein können. Auch Roststellen einfach zu überkleben ist keine gute Idee, da diese unter der Car Wrapping Folie weiter rosten.

Car Wrapping Folie festlegen

Sind die obengenannte Fragen geklärt, kann nun der Folientyp festgelegt werden:

Auswahl FolientypKalantrierte Folien:
Sie sind relativ stark und eignen sich besonders für vollflächige Verklebungen ohne Problemzonen. Ihr großer Vorteil liegt vor allem in ihrer Robustheit und Ablösbarkeit.

Gegossene (Cast) Folien:
Diese eignen sich sehr gut für Oberflächen mit Problemzonen, da sie sich besonders im Heißtiefziehverfahren sehr gut verarbeiten lässt.

Tipp: Achten Sie beim Kauf bitte auf Qualität und legen Sie lieber ein paar Euros mehr hin. Gute Folien machen sich meist schon beim Folieren selbst bemerkbar. Sie sitzen beim Bekleben nicht sofort steinfest, sondern haften erst durch entsprechenden Druck.

Benötigtes Werkzeug

Für eine Folierung wird neben der Car Wrapping Folie (ca. 20 m² für einen Kleinwagen) noch weiteres Utensil benötigt:

  • diverse Reinigungsmittel
  • Trennmittel
  • Heißluftfön (Heißluftpistole)
  • Rakel (mit Filzkante)
  • Cutter-Messer oder Skalpell
  • Handschuhe

 

Car Wrapping selber machen – Schritt für Schritt Anleitung

Prinzipiell sollte man eine Folierung nie im Freien vornehmen. Zudem sollte die Umgebung und der zu beklebende Untergrund eine Temperatur zwischen +16°C bis +28°C aufweisen.

(Die Anwendung dieser Anleitung erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr, für eventuelle Schäden kann keine Haftung übernommen werden!)

Schritt für Schritt AnleitungCar Wrapping selber machen – Schritt 1: Folie zuschneiden
Als erstes müssen die einzelnen Autoteile vermessen und die Folie entsprechend grob zugeschnitten werden.

Car Wrapping selber machen – Schritt 2: Die Reinigung
Nun muss das Fahrzeug von sämtlichen Verunreinigungen befreit werden. Nur wenn das Auto absolut sauber ist kann eine gute Folierung gelingen. Um eine perfekte Haftung der Car Wrapping Folie zu gewährleisten, müssen die Flächen mit diversen Reinigungsmitteln (Speziallösungen) entfettet werden.

Car Wrapping selber machen – Schritt 3: Anbauteile entfernen
Sämtliche störende Anbauteile wie Türgriffe, Leisten, Antenne etc. müssen entfernt werden und auch diese Flächen sauber und fettfrei gehalten werden.

Car Wrapping selber machen – Schritt 4: Trennmittel auftragen
Damit sich die Folie später einmal auch rückstandslos wieder entfernen lässt, muss der zu folierende Untergrund mit einem Trennmittel versehen werden.

Car Wrapping selber machen – Schritt 5: Die Folierung
Foliert werden sollte stets von innen nach außen, beginnend an großen Flächen. Falls nötig kann die Folie auch wieder abgezogen werden, um sie bis ins Detail anzupassen.
Damit die Car Wrapping Folie nun auch richtig haftet bzw. klebt, kommt nun das Rakel und der Fön zum Einsatz. Mit dem Rakel wird die Folie angedrückt und glatt gestrichen.
An unebenen Stellen wie Nieten und Rinnen (Sicken) muss die Folie durch Erhitzen mit dem Fön dehnbar gemacht werden, um sie exakt an den unebenen Untergrund anzupassen. Dadurch lässt sie sich auch besser um Ecken und Kanten streichen.

Nachdem das Fahrzeugteil fertig foliert ist, sollten nochmals alle Randbereiche, Kanten und Sicken mit der Heißluftpistole erwärmt werden. Damit erreicht die Car Wrapping Folie einen neuen Urpunkt und verliert ihr Rückzugseigenschaft.

Vorsicht: Die Folie nicht zu sehr erhitzen, da sie sonst beschädigt wird!

Überstehende Kanten und Folienreste werden danach mit Hilfe eines Skalpells oder Cutter-Messers vorsichtig entfernt. Hierbei gilt es zu beachten, den Lack nicht zu beschädigen!

Kleine Bläschen lassen sich beim Folieren kaum vermeiden, doch in der Regel ziehen sich diese nach ein paar Tagen von alleine zurück. Ist dies nicht der Fall, können sie einfach mit einer Nadel aufgestochen und erneut glatt gestrichen werden.

Car Wrapping selber machen – Schritt 6: Kontrolle
Nachdem die Folierung abgeschlossen ist, bedarf es einer eingehenden Prüfung, ob alle Kanten fest sitzen und keine Einschlüsse zu erkennen sind. Diese Kontrolle sollte dann nach einigen Wochen wiederholt werden, um gegebenenfalls gelöste Kanten oder andere Mängel schnell zu beheben, da bereits kleine Fehler zur Ablösung der gesamten Folie führen können.

 

Die Dauer einer solchen Folierung ist abhängig von der Größe und Form des Fahrzeugs und kann somit mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Auch ist zu beachten, dass man sein Fahrzeug nach einer Folierung die ersten 3 bis 7 Tage (je nach Folientyp) nicht waschen sollte.

 

Video: Car Wrapping selber machen

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